Gaetano Donizetti: LUCIA DI LAMMERMOOR
Oper in drei Akten.
Libretto: Salvadore Cammarano.
Uraufführung: 26. September 1835 in Neapel.
Aufnahme:
Dirigent: n.n.
Rollen und Sänger
Lord Enrico Ashton (Bariton)
Lucia, seine Schwester (Sopran)
Sir Edgardo di Ravenswood, ihr Geliebter (Tenor)
Lord Arturo Bucklaw (Tenor)
Raimondo Bidebent, Erzieher und Vertrauter Lucias (Bass)
Alisa, Lucias Vertraute (Mezzosopran)
Normanno, Hauptmann der Soldaten von Ravenswood (Tenor)
Ritter und Edeldamen, Jäger, Soldaten, Bewohner von Lammermoor und Ravenswood etc. (Chor)
Die Aufführung dauert ca. 110 Minuten.

Inhalt
Schottland, Ende des 17. Jahrhunderts.
Erster Akt, erstes Bild
Ein Eindringling wurde auf dem Anwesen der Familie Ashton gesichtet. Zusammen mit seinen Gefolgsleuten durchsucht Lord Enrico Ashton die Gegend nach dem Eindringling. Enrico ist in großer Sorge, weil das Familienvermögen und die Macht seiner Familie gefährdet sind. Eine arrangierte Ehe seiner Schwester Lucia mit Lord Arturo Bucklaw könnte die Familie aus der finanziellen Misere befreien. Doch Lucia verweigert ihre Zustimmung zu dieser Heirat. Lucias Erzieher und Vertrauter Raimondo Bidebent verteidigt sie und erinnert daran, dass diese immer noch um den Tod ihrer Mutter trauert. Normanno mischt sich daraufhin ein und enthüllt, dass Lucia sich schon seit einiger Zeit heimlich im Wald mit Sir Edgardo di Ravenswood, dem Todfeind Enricos, trifft. Die Männer kehren von der Suche zurück und berichten, den dass sie den Eindringling als Edgardo identifiziert haben. Enrico schwört daraufhin wütend Rache.
Zweites Bild
Kurz vor Sonnenaufgang warten Lucia und ihre Begleiterin Alisa bei einem unheimlichen Brunnen im Park des Anwesens auf Edgardo. Lucia ist beunruhigt, weil ihr genau an diesem Ort der Geist einer Frau erschien, die von ihrem eifersüchtigen Liebhaber, einem Ravenswood, erstochen wurde. Alisa redet auf Lucia ein, dass sie doch Edgardo vergessen möge. Doch Lucia beharrt darauf, dass Edgardo für sie alles bedeuten würde. Edgardo erscheint und erklärt, dass er zu einer politischen Mission nach Frankreich aufbrechen müsse. Doch zuvor möchte er den alten Familienzwist mit Enrico beenden und ihn um Lucias Hand bitten. Lucia hält das für keine gute Idee und bittet Edgardo, ihre Liebe weiterhin geheim zu halten. Nun erinnert sich Edgardo wieder daran, dass er einst am Grabe seines Vaters Rache schwor. Lucia gelingt es, Edgardo wieder zu besänftigen, woraufhin die beiden Liebenden Verlobungsringe austauschen und ewige Treue versprechen.
Zweiter Akt, erstes Bild
Einige Monate sind inzwischen vergangen. Normanno versichert Enrico, dass die gesamte Korrepondenz zwischen Lucia und Edgardo abgefangen wurde. Außerdem wurde ein Brief von Edgardo gefälscht, in welchem eine Beziehung Edgardos zu einer anderen Frau angedeutet wurde. Lucia erscheint und widersetzt sich weiterhin einer Heirat mit Arturo. Nicht einmal der gefälschte Brief kann sie von ihrem Treuschwur gegenüber Edgardo abbringen. Enrico beschwört Lucia nun, dass sie ihn – Enrico – durch ihre Weigerung ins Verderben stürzen werde.
Raimondo hat unterdessen durch einen Vertrauten einen Brief Lucias an Edgardo geschickt. Nachdem auf diesen Brief keine Antwort kam, ist auch er davon überzeugt, dass Lucias Liebe hoffnungslos ist. Er erinnert sie an ihre verstorbene Mutter und drängt sie nun, ihre schwesterliche Pflicht zu erfüllen.
Zweites Bild
Als die Hochzeitsgäste eintreffen, erklärt Enrico Arturo, dass Lucia wegen des Todes ihrer Mutter immer noch in Melancholie versinke. Deswegen wirke sie immer noch traurig. Lucia tritt ein und unterschreibt widerstrebend den Ehevertrag. Plötzlich stürmt Edgardo herein und beansprucht seine Braut. Die gesamte Gesellschaft ist schockiert. Arturo und Enrico befehlen Edgardo zu gehen, doch er besteht darauf, dass er und Lucia verlobt sind. Als Raimondo ihm den Vertrag mit Lucias Unterschrift zeigt, verflucht Edgardo sie und reißt ihr den Ring vom Finger, bevor er schließlich rasend vor Wut geht. Lucia lässt dies alles über sich ergehen und versinkt in Schmerz und Verzweiflung.
Dritter Akt
Erstes Bild
Enrico besucht Edgardo in seinem verfallenen Haus. Er verspottet ihn mit der Neuigkeit, dass Lucia und Arturo gerade geheiratet haben. Die beiden Männer verabreden sich im Morgengrauen zu einem Duell bei den Gräbern der Ravenswoods.
Zweites Bild
Zurück in Lammermoor unterbricht Raimondo die Hochzeitsfeierlichkeiten mit der Nachricht, dass Lucia ihren Bräutigam Arturo erstochen habe. Sie sei offenbar wahnsinnig geworden. Blutüberströmt tritt Lucia ein. Sie erinnert sie sich an ihre Begegnungen mit Edgardo und stellt sich vor, dass sie mit ihm in ihrer Hochzeitsnacht sei. Als Enrico zurückkehrt, ist er wütend über Lucias Verhalten, erkennt aber bald, dass sie den Verstand verloren hat. Lucia bricht ohnmächtig zusammen.
Drittes Bild
Edgardo wartet auf Enrico, um sich mit diesem zu duellieren. Es erscheinen Gäste aus Lammermoor, die ihm erzählen, dass die sterbende Lucia seinen Namen gerufen hat. Als er zu ihr eilen will, verkündetihm Raimondo ihren Tod. Voller Verzweiflung über diese Nachricht ersticht sich Edgardo.