Giacomo Meyerbeer: Robert der Teufel
Oper in fünf Akten
Libretto: Eugène Scribe und Germain Delavigne
Uraufführung: 21. November 1831
Personen
Robert, Herzog der Normandie (Tenor)
Bertram, sein Freund (Bass)
Raimbaud, Landsmann aus der Normandie (Tenor)
Ein Priester (Bass)
Ein Zeremonienmeister des Königs von Sizilien (Tenor)
Ein Waffenherold (Tenor)
Alberti, ein Ritter (Bariton)
Vier Ritter (2 Tenöre, zwei Bässe)
Fünf Spieler (3 Tenöre, 2 Bässe)
Acht Waffenherolde (4 Tenöre, 4 Bässe)
Isabelle, Prinzessin von Sizilien (Sopran)
Alice, Landmädchen aus der Normandie (Sopran)
Eine Ehrendame Isabellas (Sopran)
Héléna, Äbtissin (Tänzerin)
König von Sizilien (stumm)
Prinz von Granada (stumm)
Roberts Kaplan (stumm)
Ritter, Knappen, Wachen, Herolde, Pagen, Hofdamen, Pilger, Mönche, Bauern, Bäuerinnen, Zigeuner, Hofstaat des Königs von Sizilien, Gefolge des Prinzen von Granada, Engel, Dämonen (Chor und Statisten)
Bauern, Bäuerinnen, Nonnen (Ballett)
Concept Art für Giacomo Meyerbeers Robert der Teufel.

Inhalt
Erster Akt
An der Küste von Palermo
Robert, Herzog der Normandie, und sein geheimnisvoller Freund Bertram gehören zu einer Gruppe von Rittern, die sich auf ein Turnier um die Hand von Prinzessin Isabelle vorbereiten. Sie alle singen ein Loblied auf Wein, Frauen und Glücksspiel. Raimbaud singt eine Ballade über eine schöne Prinzessin aus der Normandie, die einen Teufel heiratete; die Prinzessin hatte einen Sohn, Robert, genannt „le diable“. Empört gibt Robert zu, dass er der Sohn sei, um den es in dem Lied geht, und verurteilt daraufhin Raimbaud zum Tode. Raimbaud bittet um Vergebung und teilt Robert mit, dass er verlobt ist. Dieser schwelgt nun in Gedanken an das ius primae noctis. Raimbauds Verlobte trifft unterdessen ein; Robert erkennt sie als seine Pflegeschwester Alice und begnadigt Raimbaud. Alice erzählt Robert, dass seine Mutter gestorben sei und ihre letzten Worte eine Warnung vor einer bedrohlichen dunklen Macht waren. Sie überreicht Robert das Testament seiner Mutter. Robert bittet Alice, es aufzubewahren und erzählt von seiner Sehnsucht nach seiner geliebten Isabelle. Alice bietet ihm an, dieser einen Brief zu überbringen. Sie warnt außerdem Robert vor Bertram. Doch dieser will nichts davon wissen. Auf Bertrams Ermutigung hin spielt Robert mit den Rittern. Er verliert sein gesamtes Geld sowie seine Rüstung.
Zweiter Akt
Ein Zimmer im Palast von Palermo
Isabelle ist betrübt über Roberts Abwesenheit und hat die Befürchtung, dass ihre Hochzeit wohl nie stattfinden werde. Robert erscheint. Die beiden freuen sich darüber, endlich wieder zusammen zu sein. Isabelle schenkt ihm eine neue Rüstung für das Turnier. Während Robert sich auf das Turnier vorbereitet, taucht plötzlich Bertram wieder auf. Er überredet ihn, in einen nahegelegenen Wald zu gehen. Dort wolle der Prinz von Granada, sein Rivale um Isabelles Liebe, mit ihm kämpfen. Nachdem Robert gegangen ist, versammelt sich der Hof, um die Hochzeit von sechs Paaren zu feiern. Der Prinz von Granada tritt ein und bittet Isabelle, ihm Waffen für das Turnier zu schenken. Isabelle drückt ihre Trauer über Roberts Verschwinden aus, bereitet sich aber darauf vor, das Turnier mit einem Loblied auf die Ritterlichkeit zu eröffnen.
Dritter Akt
Landschaft in der Nähe von Palermo
Bertram trifft Raimbaud, der sich zu einem Stelldichein mit Alice verabredet hat. Er gibt ihm Gold und rät ihm, Alice nicht zu heiraten, da sein neuer Reichtum viele Frauen anziehen werde. Raimbaud verlässt daraufhin den Ort. Bertram freut sich, dass er ihn verdorben hat. Er enthüllt, dass Robert sein Sohn ist; dann begibt er sich in eine angrenzende Höhle, um mit den Geistern der Hölle zu kommunizieren.
Alice erscheint und hört merkwürdige Gesänge aus der Höhle, woraufhin sie dorthin geht. Sie erfährt, dass Bertram Robert für immer verlieren wird, wenn er ihn nicht bis Mitternacht dazu überreden kann, seine Seele dem Teufel zu überschreiben. Als Bertram aus der Höhle kommt, entdeckt er Alice und versteht sofort, dass diese alles gehört hat. Er bedroht sie, woraufhin sie verspricht zu schweigen. Robert erscheint und ist betrübt darüber, dass er Isabelle an den Prinz von Granada verloren hat. Bertram rät ihm, einen magischen Zweig aus dem Grab der Heiligen Rosalia in einem nahegelegenen verlassenen Kloster zu nehmen. Durch die magischen Kräfte des Zweigs könne er Isabelle zurückgewinnen. Bertram führt Robert zum Kloster. Die Geister der Nonnen erheben sich aus ihren Gräbern und verwandeln sich in junge, begehrenswerte Mädchen. Sie tanzen, um die Freuden des Trinkens, des Glücksspiels und der Lust zu preisen. Als Robert den Zweig nimmt, verwandeln sich die Nonnen schlagartig in alte, hässlich Frauen.
Vierter Akt
Ein Zimmer im Palast
Als Isabelle sich auf ihre Hochzeit mit dem Prinzen von Granada vorbereitet, erscheint Alice. Sie berichtet ihr alles, was sie über Robert in der Zwischenzeit erfahren hat. Als Robert erscheint, lässt er mit der Macht des Zweiges alle außer sich selbst und Isabelle erstarren.
Verunsichert durch die Macht, die er ausübt, gesteht er Isabelle seine Hexerei, bittet sie aber, ihn nicht abzuweisen. Sie gesteht ihm ihre Liebe und fleht ihn zur Reue an. Robert zerbricht den Zweig und löst den Zauber, den er ausgelöst hat. Isabelles Diener nehmen ihn fest.
Fünfter Akt
Vor der Kathedrale von Palermo
Bertram hat Robert aus der Obhut der Wachen befreit, um gemeinsam mit ihm, Isabelles Hochzeit mit dem Prinzen von Granada zu verhindern. Bertram fordert Robert auf, ein Dokument zu unterschreiben, in dem er verspricht, Bertram ewig zu dienen. Er offenbart Robert, dass er sein wahrer Vater ist. Als er gerade unterschreiben möchte, überbringt Alice die Nachricht, dass der Prinz daran gehindert wurde, Isabelle zu heiraten. Alice betet um göttliche Hilfe und übergibt Robert das Testament seiner Mutter. In diesem Schreiben warnt ihn seine Mutter vor Bertram, der sie verführt und ruiniert habe. Es schlägt Mitternacht. Der Fußboden öffnet sich und Bertram wird in die Hölle hinabgezogen. Unter großer Freude werden Robert und Isabelle in der Kathedrale wieder vereint.



