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Die witzigsten Pannen im Multum in Parvo Opernhaus

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 FOTO: Die drei Damen aus der Zauberflöte wollten auch einmal unbedingt einen großen Auftritt in Verdis Aida haben.

 

Pannen gab es während der letzten vier Jahre immer wieder. Die gehören ja auch zu jedem Theaterbetrieb irgendwie dazu, auch wenn einem, steckt man in der jeweiligen Situation, so überhaupt nicht zum Lachen zu Mute ist.

 

Die erste Panne, an die ich mich erinnern kann, ereignete sich noch vor unserer Opernhauseröffnung. Da waren wir von der VHS Augsburg eingeladen worden, bei der Langen Nacht der Volkshochschule unseren „Freischütz“ aufzuführen. Natürlich fingen wir zeitig an, alles vorzubereiten und unser Equipment in Kisten zu packen. Zum Schluss sollte das Theater, an dem mein Mann bis zum Schluss geschraubt und optimiert hatte, ins Auto transportiert werden. Doch, oh Schreck: obwohl doch alles genau ausgemessen war: das Theater passte nicht mehr durch die Tür. Als das schließlich in Windeseile – Teile der Theaterkonstruktion wurden schnell abgesägt und später wieder drangeschraubt... - bewerkstelligt war, passte der vom Nachbarn bereitgestellte Anhänger nicht an unsere Anhängerkupplung. Der nächste Schock! Zum Glück waren meine Eltern gerade zu Besuch da und ein zweites Auto war verfügbar. Also, nichts wie Autos beladen und los nach Augsburg. Da hieß es durchatmen. Gerade noch rechtzeitig konnten wir schließlich mit der Aufführung beginnen. Das Publikum war begeistert und wir einfach nur noch erleichtert, dass alles doch noch ein gutes Ende genommen hatte. Ein Glück, dass das Gastspiel in Augsburg und nicht in Hamburg war!

 

Einen üblen technischen Streich spielte uns einmal die Firma Microsoft. Beim routinemäßigen technischen Durchlauf funktionierte alles noch ohne Probleme. Doch kurz vor der Aufführung ging gar nichts mehr. Microsoft hatte automatisch neue Updates eingespielt, was zur Folge hatte, dass die IP-Adressen nicht mehr erkannt wurden...

Kommt Zeit, kommt Rat. Das Problem war natürlich: Wer kann schon genau einschätzen, wie lange die Fehlerbehebung bei einem solchen Supergau dauern würde? Also boten wir dem Publikum, das sehr verständnisvoll war, erst einmal Getränke an. Dann fing ich an über die Geschichte des Papiertheaters zu erzählen. Ich erzählte und erzählte und erzählte und noch immer keine Entwarnung. Also erzählte ich weiter und weiter und weiter... Nach einer halben Stunde konnten wir mit der Aufführung beginnen und es lief alles wie am Schnürchen. Am Ende war ich selbst erstaunt, wie viel man eigentlich über das Thema „Papiertheater“ erzählen kann.

 

Selbstverständlich kam es auch gelegentlich vor, dass etwas mit der Figuren-Führung nicht ganz so stimmte, wie es eigentlich gedacht war. Bei einer der ersten Aufführungen der Zauberflöte war es – da fehlte noch etwas die Routine – als mein Mann mir kurz vor Vorstellungsbeginn noch eine Änderung mitteilte, den Sarastro betreffend. Ich dachte mir in meinem Übermut, dass ich mir das bestimmt merken könne und nicht aufschreiben müsse, aber just in dem Augenblick, als es darum ging, wer den Sarastro in besagter Szene auf die Bühne schieben sollte, hatte ich vergessen, wie es sein sollte. Er oder ich oder ich oder er? In meiner Not dachte ich mir: besser handeln als nichts tun und schob meinen Sarastro rein. Dumm nur, dass auf der anderen Seite der Bühne ebenfalls ein Sarastro erschien. Also schnell wieder raus mit meiner Figur und hoffen, dass es keiner gemerkt hat. Zum Glück ist es in unserer heutigen Zeit kein Problem, solch' eine wundersame Verdopplung als genialen Regie-Einfall zu verkaufen..

 

Zum Schluss möchten wir noch von einem Gastspiel der besonderen Art berichten: Bei uns stand Verdis Aida auf dem Spielplan, und wir fingen pünktlich an zu spielen. Alles lief wie gewohnt. Der nächste Kulissenwechsel stand an, und es tat einen lauten Knall. Das „Kulissen-Bündel“, das mein Mann gerade hochziehen wollte, fiel ihm aus der Hand und donnerte zu Boden. Dieser Aufprall hatte zur Folge, dass sich die Versenkung selbständig in Bewegung setzte und die drei Damen aus der Zauberflöte, die noch auf der Versenkung standen, ihr Stell-dich-ein bei der Aida gaben. Mein Mann sah das und zack waren sie wieder verschwunden. Das ganze gab einen herzhaften Lacher beim Publikum und weiter ging's mit der Aida.

 

Da wir live spielen, wird in Zukunft bestimmt nochmal die eine oder andere Panne dazukommen, so dass wir jetzt schon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen können: Fortsetzung folgt!

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