Unser Leben in Zeiten von Corona – ein Blick hinter die Kulissen

Leider ist unser Opernhaus bis mindestens 19. April 2020 geschlossen. Das bedauern wir sehr und wir vermissen unser Publikum.



Nichstdestotrotz geht auch unser Leben hinter verschlossenen Theatertüren weiter. Im Familienalltag hat sich eines grundlegend geändert: unsere Jungs sind unter der Woche nicht in der Schule und können derzeit nur noch virtuell mit ihren Lehrern kommunizieren, also E-Learning machen. In diesem Bereich sind also unsere Kräfte etwas mehr gebunden als üblicherweise, denn in der 5. Klasse klappt das Lernen halt noch nicht völlig selbständig. So ganz nebenbei lässt sich dann aber wieder etwas eingerostetes Wissen wie das über die Entstehung der Alpen, den Weg der Atemluft oder die Regeln des Potenzrechnens wieder auffrischen.

Aber nun zurück zu unserem derzeitigen Theaterleben:

Wann der Tag X sein wird, an dem wir unseren Theaterbetrieb wieder aufnehmen können und dürfen, weiß im Moment keiner. Nichtsdestotrotz versuchen wir uns darauf so gut wie möglich vorzubereiten, auch darauf, dass wir möglicherweise nur mit gewissen Auflagen wiedereröffnen dürfen.Was wäre zum Beispiel, wenn es dann auch für uns Abstandsvorgaben gäbe? Eine mögliche Antwort darauf wäre, dass wir für eine gewisse Zeit mehrere Aufführungen an einem Tag für eine jeweils kleinere Gästezahl anbieten.Bei schönem Wetter könnten wir einen Teil der Gäste auch im Freien bewirten, wodurch sich Abstände auch leichter einhalten ließen. Die Bewirtung im Freien ist ein Vorhaben, das uns im Übrigen seit längerer Zeit schon beschäftigt. Dabei gibt es derzeit noch drei mögliche Orte: vor dem Haus, im Garten oder auf unserer Dachterrasse.Langfristig soll es bei uns auch einen Operngarten geben. Die Ideen für die Umsetzung sprudeln jedenfalls bei uns über die Art der Bepflanzung, über die Integration von Open-Air-Opernelementen...Kurzfristig planen wir zudem, nach unseren Abend-Aufführungen einen Bistro-Betrieb anzubieten, bei dem neben den herkömmlichen Getränken auf Wunsch auch selbst-gemixte Long Drinks serviert werden. Mit einer kleinen aber feinen Speisenauswahl wie Chilli con carne, Nachos mit verschiedenen Dips oder Toast Hawai soll unser Publikum auch auf seine kulinarische Kosten kommen. Einen Plan über die Speisen- und Getränkeauswahl sowie das Gericht der Woche werden Sie dann in Zukunft auch auf unserer Website unter „Gastronomie“ finden.

Auch unser Verlag, den wir aufgrund der vielen Aufführungen in letzter Zeit etwas stiefmütterlich behandeln mussten, bekommt gerade neuen Input: neue Bögen werden online gestellt, diverse Einsteigerprodukte sind in Planung...

Last but not least arbeiten wir daran, einmal eine ganze Opernaufführung aufzuzeichnen und per „Video on demand“ anzubieten. Die Umsetzung dieses Vorhabens nimmt aber wohl doch mehr Zeit in Anspruch als wir ursprünglich gedacht haben.Zum Einen brauchen wir dazu nämlich neues technisches Equipment, das erst sorgfältig ausgewählt und ausprobiert werden muss. Zum Anderen ist da noch das Problem zu lösen, dass unser Chefkameramann gleichzeitig mit der Figurenführung beschäftigt ist. Wir denken also gerade intensiv darüber nach, wie wir unseren Nachwuchs hier mit einbeziehen können.Eins ist bei der Sache für uns immer klar: Erst wenn die Qualität der Aufzeichnung nach technischen und künstlerischen Gesichtspunkten so ist wie wir uns das vorstellen, gehen wir damit an die Öffentlichkeit. Schnellschüsse wird es da jedenfalls keine geben.

Apropos Nachwuchs: Wir nutzen gerade die Ausgangsbeschränkungszeit auch ausgiebig dafür, unsere Jungs in puncto Oper weiterzubilden. Daher steht fast täglich eine Aufführung aus der New Yorker Met auf unserem Programm. Gesehen haben wir da unter anderem schon den Troubador, Lucia di Lammermoor, La Traviata und La Bohème.

Sie sehen, uns wird’s bestimmt nicht langweilig. Doch wenn wir bald wieder für Sie unsere Opern aufführen dürften, wären wir überglücklich!